Interaktiver Jahresbericht 2025
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
wirtschaftlicher Wandel wird beeinflusst durch globale Entwicklungen, politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Erwartungen. Das Jahr 2025 war in Deutschland von einer angespannten wirtschaftlichen Lage geprägt: Geringes Wachstum, rückläufiger Konsum und eine sinkende Investitionsbereitschaft belasteten die Wirtschaft. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen standen zunehmend unter Druck – die Zahl der Insolvenzen stieg, die Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität des Mittelstands gerieten ins Wanken. Entsprechend laut wurden die Forderungen nach verlässlichen Rahmenbedingungen und größerer Investitionssicherheit.
In dieser Situation kommt der gezielten Förderung von Innovation und Wissenstransfer eine besondere Bedeutung zu. Das Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN) leistet hierzu mit seiner Digitalisierungsforschung einen wichtigen Beitrag. 2025 sind zehn Transferprojekte am ZDIN gestartet – gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der VolkswagenStiftung. Ziel dieser Transferprojekte ist es, die Forschungsergebnisse der ZDIN-Zukunftslabore praxisnah weiterzudenken und digitale Lösungen für die Wirtschaft und insbesondere für den Mittelstand zu entwickeln.
Darüber hinaus wurde in diesem Jahr der Zusammenschluss des ZDIN mit der Niedersachsen.next GmbH verkündet. Durch die Bündelung von Kompetenzen und Netzwerken wird der Transfer von Wissen und Innovationen weiter gestärkt. Forschungsergebnisse können über das landesweite Netzwerk von Niedersachsen.next noch effizienter in die Fläche getragen werden.
Gleichzeitig machten im Jahr 2025 globale Klima- und Umweltereignisse die Dringlichkeit einer nachhaltigen Transformation deutlich. Extreme Regenfälle und Überschwemmungen in Südostasien hatten schwerwiegende humanitäre und ökologische Folgen. Auch auf internationaler Ebene stand der Klimaschutz erneut im Fokus: Auf der Klimakonferenz COP30 in Brasilien wurde betont, wie wichtig entschlossenes Handeln für die Erreichung der Klimaziele ist.
Die ZDIN-Zukunftslabore Circular Economy und Wasser greifen diese Herausforderungen auf: Das Zukunftslabor Circular Economy arbeitet an digitalen Zwillingen und digitalen Produktpässen, die eine datenbasierte, ressourcenschonende und kreislauforientierte Wirtschaft ermöglichen. Das Zukunftslabor Wasser entwickelt digitale Frühwarnsysteme zur besseren Erkennung von Wetterextremen und ihren Auswirkungen. Diese Ansätze stehen exemplarisch für die sogenannte Twin Transformation – den gleichzeitigen Wandel hin zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz, vernetzte Sensorik oder Datenplattformen werden gezielt als Hebel genutzt, um Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Dekarbonisierung voranzubringen.
Die Twin Transformation ist dabei nicht nur ein wissenschaftliches Leitbild, sondern auch politisch fest verankert. Auf europäischer Ebene bildet sie einen zentralen Bestandteil des Green Deal und der Digitalstrategie. Auch die niedersächsische Landesregierung verfolgt diesen integrierten Ansatz: Mit dem Förderprogramm zukunft.niedersachsen und der Arbeit des Innovationsrates wird deutlich, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam gedacht und umgesetzt werden sollen, über alle Sektoren hinweg.
Die praxisnahen Zukunftslabore und Transferprojekte des ZDIN leisten einen aktiven Beitrag zur Gestaltung des digitalen und nachhaltigen Wandels. Über die Website, Social-Media-Kanäle, den Newsletter sowie zahlreiche Veranstaltungen macht das ZDIN seine Forschungsaktivitäten transparent und zugänglich. Auch dieser Jahresbericht gibt Einblicke in die vielfältigen Arbeiten und Entwicklungen des vergangenen Jahres. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und laden Sie ein, die Potenziale der Digitalisierung für eine nachhaltige Zukunft gemeinsam mit uns weiterzudenken.
Veranstaltungen
Forschungsberichte
ZDIN in Zahlen
Das Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen
Organe
Koordinierungsstelle
Koordinierungsstelle in ZahlenInnovationen weiterdenken, den Transfer stärken und Wirkung entfalten: Auch das Jahr 2025 stand für die Koordinierungsstelle des ZDIN im Zeichen der aktiven Gestaltung des digitalen Wandels in Niedersachsen. Ein besonderer Fokus lag darauf, den Übergang des ZDIN in die nächste Förderphase und den damit einhergehenden Zusammenschluss mit der Niedersachsen.next GmbH vorzubereiten.
Schon in den vergangenen Jahren hatten das ZDIN und die Digitalagentur der Niedersachsen.next GmbH ihre Kooperation ausgebaut, um Kompetenzen in der niedersächsischen Innovationslandschaft zu bündeln und Synergien für die digitale Transformation zu nutzen. Die Digitalagentur vermittelt Beratungs- und Unterstützungsangebote für die niedersächsische Wirtschaft und verfügt daher über ein umfangreiches Netzwerk an Praxispartnern.
Durch den Zusammenschluss wird diese erfolgreiche Kooperation künftig noch weiter ausgebaut. Die fachliche Expertise des ZDIN trifft auf das etablierte Wirtschaftsnetzwerk der Digitalagentur. Davon profitieren nicht nur die beteiligten Hochschulen und Unternehmen, sondern auch der Standort Niedersachsen insgesamt. Denn die Wirtschaft erhält frühzeitig Zugang zu den neusten Forschungsergebnissen, während die Wissenschaft Herausforderungen aus der Praxis aufgreifen kann.
Die Koordinierungsstelle begleitete eng den Übergang zur Niedersachsen.next GmbH und trug dazu bei, die Kontinuität zu sichern, während zugleich neue Impulse für die Weiterentwicklung des Netzwerks gesetzt wurden.
Der Innovationstransfer ist auch das zentrale Anliegen der zehn Transferprojekte, die 2025 am ZDIN gestartet sind. Die Koordinierungsstelle unterstützte die Kick-offs dieser Projekte und schuf so den Rahmen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis. Ziel dieser Projekte ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Zukunftslaboren in konkrete Anwendungen zu überführen und branchenübergreifend nutzbar zu machen. Damit stärkt das ZDIN seine Rolle als Impulsgeber für anwendungsnahe Digitalisierungslösungen in Niedersachsen.
Um Forschungsergebnisse sichtbar zu machen und den Dialog mit unterschiedlichen Zielgruppen zu fördern, war das ZDIN 2025 auf zahlreichen Veranstaltungen präsent. Dazu zählten unter anderem die Hannover Messe, die Agritechnica, der bundesweite Digitaltag sowie die BUIS-Tage. Die Koordinierungsstelle unterstützte zudem das Zukunftslabor Gesundheit bei der Ausrichtung der internationalen Konferenz European Federation of Medical Informatics Special Topic Conference (EFMI STC). Diese Formate boten Gelegenheiten, mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ins Gespräch zu kommen, internationale Kontakte – etwa im Rahmen eines Botschaftsempfangs – auszubauen und Einblicke in die aktuelle Forschung zu geben.
Ein weiterer Meilenstein waren die Abschlussveranstaltungen der Zukunftslabore Energie, Gesellschaft & Arbeit und Mobilität, bei denen zentrale Forschungsergebnisse gebündelt präsentiert und mit Praxispartnern diskutiert wurden. Sie trugen dazu bei, die in den vergangenen Jahren erarbeiteten Erkenntnisse zu reflektieren, Transferpotenziale aufzuzeigen und Anknüpfungspunkte für die zukünftige Forschung und Kooperationen zu identifizieren. Die Koordinierungsstelle begleitete diese Veranstaltungen konzeptionell und kommunikativ.
Auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde 2025 weiter ausgebaut. Ziel war es, die Sichtbarkeit der Forschungsaktivitäten des ZDIN zu erhöhen und ihre gesellschaftliche Relevanz verständlich zu vermitteln. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem der Austausch mit der Plattform Lernende Systeme intensiviert, um die KI-bezogenen Projekte des ZDIN dort gebündelt sichtbar zu machen und in überregionale Diskurse einzubringen.
Darüber hinaus brachte die Koordinierungsstelle ihre Expertise in politische Strategieprozesse ein. So nahm die Geschäftsführung an vier von fünf Themenworkshops der Niedersächsischen Staatskanzlei zur Vorbereitung der EU-Förderperiode 2028–2034 teil. Diskutiert wurden die Themenfelder Energie und Mobilität; Umwelt, Klima und Biodiversität; resiliente Regionen und Städte sowie eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Wirtschaft. Die Koordinierungsstelle zeigte Bedarfe Niedersachsens auf und brachte Vorschläge ein, welche Zukunftsthemen dazu beitragen können, zusätzliche EU-Fördermittel für das Land zu erschließen. Damit leistete sie einen wesentlichen Beitrag zur strategischen Positionierung Niedersachsens im europäischen Forschungs- und Innovationsraum.
Ein wichtiger Erfolg für die langfristige Arbeit des ZDIN war schließlich die Bewilligung der zweiten Förderphase der Koordinierungsstelle. Damit ist die Arbeit der Koordinierungsstelle bis Ende des ersten Quartals 2029 gesichert. Dies schafft Planungssicherheit für das Netzwerk und ermöglicht es, die erfolgreiche Vernetzung, Koordination und Transferunterstützung der vergangenen Jahre fortzuführen und weiter auszubauen.